Neuintendant Jonas Kaufmann   präsentiert   bei   den   Tiroler Festspielen   in    Erl   sein   mit   Spannung   erwartetes   erstes   Programm   für   die   Spielzeit   2024/25!

                      27. April 2024


(@ Tiroler Festspiele Erl)


Letztes Jahr am 2. Juni, wurde die neue Sensation in Erl bekannt gegeben, Weltstar und Tenorrissimo Jonas Kaufmann, der in München geboren wurde und nun seit gut zwei Jahren mit seiner zweiten Ehefrau der Regisseurin Christiane Lutz und dem gemeinsamen Sohn in seiner Wahlheimat Salzburg lebt, übernimmt heuer ab 1. September die Intendanz bei den Tiroler Festspielen in Erl. Am letzten Freitag gab es jetzt die offizielle Pressekonferenz, auf der der designierte Intendant Jonas Kaufmann, seine erste Spielzeit vor Mitgliedern der Presse sowie einigen Freunden der Tirolfestspiele Erl, präsentierte.  Ein wenig nervös aber ansonsten gut gelaunt und voller Tatendrang auf das was kommt berichtete der erfolgsverwöhnte Opernsänger von seinen ambitionierten Plänen. 

An der Pressekonferenz nahmen neben dem 54 Jährigen auch noch der Präsident und Mäzen der Festspiele Hans-Peter Haselsteiner und der Landeshauptmann von Tirol Anton Mattle teil. Außerdem stellte Jonas Kaufmann gleich zu Anfang zwei seiner wichtigsten Mittstreiter vor;  den israelischen Dirigenten Asher Fish, der ebenfalls wie Kaufmann seit zwei Jahren zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt und in Erl die Aufgabe der musikalischen Leitung, ähnlich wie ein Generalmusikdirektor übernehmen wird.. Der zweite wichtige Mann im Team Kaufmann ist der weltweit agierende Casting Manager Ilias Tzempedonidis, der aktuell für das Opernhaus in Neapel, dem Teatro San Carlo tätig ist, das von Stephane LIssner geleitet wird, den auch der zukünftige Intendant sehr gut von seiner Tätigkeit als Opernsänger kennt. Der sympathische Grieche ist weltweit bestens mit unzähligen Künstlern vernetzt, sowohl renommierten als auch hoch talentiertem Nachwuchs. Diese Nachwuchssänger seien allerdings schon um die 30 und auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere.

Hierbei wird der Schwerpunkt zukünftig vor allem auf österreichischen Nachwuchskünstler liegen, die in Erl die Chance bekommen sollen, sich unter nahezu perfekten Bedingungen und im Schutz der Atmosphäre ausprobieren und lernen können. Dies ist dem geborenen Münchner sehr wichtig, genauso wie die Kinder-und Jugendarbeit, die man nach und nach weiter ausbauen werde.


(@ Tiroler Festspiele Erl)


Die Tiroler Festspiele in Erl werden ähnlich wie zuvor in vier Jahreszeiten eingeteilt, beginnend mit dem Teil Ausklang im Oktober, gefolgt von der Wintersaison, die wie der Sommer ausführlicher gestaltet sein wird, wenn auch der Sommer den Hauptteil des Festivals bilden soll. Die Zeit um Ostern wird ab der Spielzeit 2024/25 regelmäßig mit dem Parsifal gefüllt sein, in Kombination mit einer der Passionen von Johann Sebastian Bach.

Den Anfang macht die Matthäus Passion, ein Jahr später feiert Bachs Johannes Passion ihr 300 jähriges Jubiläum und ist daher schon jetzt gesetzt. Den Abschluss bildet die Saison im Sommer, in  deren Mittelpunkt traditionell auch weiter die Werke von Richard Wagner stehen werden. 

Aufgrund der extrem kurzen Planungsphase von 10 Monaten und weil zusätzlich in 2025 das Passionsspielhaius von den Passionsspielen besetzt ist, die alle 6 Jahre stattfinden, gibt es nächstes Jahr im Juli keinen Wagner aber trotzdem ein sehr schönes, konzertantes Programm mit vielen weltweit agierenden und  renommierten Künstlern. Dabei wird u.a. auch die Verdi Trilogie La Traviata, Il Trovatore und Rigoletto mit wechselnden Künstlern zu erleben sein, wie zum Beispiel Ludovic Tezier, Luca Salsi, Alexander Köpeczi, Lucas Meachem, Mattia Olivieri, Pretty Yende oder Rosa Feola um nur einige der bekannten Namen zu nennen die allein im Sommer 2025 in Erl zu hören sein werden. Auch der zukünftige Intendant wird nicht nur in seiner zukünftigen Position zu erleben sein, sondern auch auf der Bühne des Festspielhauses;  zum einen in der Titelpartie der neuen Produktion zu Richard Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal, zum anderen in der Wagner Gala (Die Walküre 1. Akt konzertant) am 5. Juli, zusammen mit Lise Davidsen und Rene Pape. Die musikalische Leitung übernimmt auch hier Asher Fish. 

Wer aber geglaubt hat, dass Jonas Kaufmann sich nur auf Wagner, Verdi, Puccini und Co festlegen wird, der hat sich getäuscht. Auch die zeitgenössische Musik wird ihren Platz in seinem Festivalprogramm finden. Es sollen möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben angesprochen werden. Dabei betonte der 54-jährige Wahlösterreicher, dass die Tiroler Festspiele in Erl in erster Linie für die Menschen in Erl und Umgebung sein sollen. Aber natürlich sind Salzburg und München mit einer Stunde Fahrtzeit sehr gut erreichbar und daher freue er sich natürlich über deren Besuche. Am Ende wäre sein Ziel, die zwei Festspielhäuser möglichst bis auf den letzten Platz zu füllen, so wie er es auch als (erfolgreicher) Opernsänger gewohnt sei. 


(@ Cornelia Hoschek / Tiroler Festspiele Erl)


Wie auch im Vorfeld schon zu vermuten war, hat der sympathische Weltstar und Neuintendant Jonas Kaufmann hohe Ansprüche an sich, sein Team und die sechs Jahre, die er die Geschicke in Erl leiten wird. Der Mensch und die Musik sollen und werden im Mittelpunkt des Festspiels stehen. Es sollen die alten Meister zum Zug kommen genau wie die zeitgenössische Musik. Auch Auftragswerke und Uraufführungen wird es geben. Jeder Besucher und jeder Künstler soll sich wohl fühlen und einen Platz und eine Nische für sich finden und die entspannte Atmosphäre und die wundervolle Musik genießen. In Erl gibt es einen entscheidenden Vorteil in Bezug auf andere Opern- und Konzerthäuser. Aufgrund der Ruhe und Abgeschiedenheit, gibt es keine größeren Ablenkungen und so stehen die Musik und die Kunst für sich und der Alltag bleibt draußen.  

Der Festival Betrieb soll unterhaltend sein, die Menschen erfüllen und Freude bringen. Raus aus der Realität für ein paar Stunden oder Tage, sich zurücklehnen und die Musik und das Ambiente genießen.

Das Programm sollte daher vielseitig gestaltet sein und sich nicht auf eine oder wenige Stilrichtungen festlegen, auch wenn ab 2026 natürlich wieder Richard Wagner, die DNA der Tiroler Festspiele Erl wie sich der Opernsänger ausdrückte, im Mittelpunkt stehen soll. Bezüglich des Thema Regie, versicherte der zukünftige Intendant Kaufmann, das er überhaupt nichts gegen moderne Regiekonzepte habe, ihm sei aber der Respekt vor dem Werk und dem Komponisten sehr wichtig. Wenn dieser Respekt gegeben sei, wäre auch nichts gegen modernere Regiekonzepte einzuwenden. Er selber habe für seine erste Spielzeit ganz bewusst auch Regisseure wie Claus Guth, Damniano Michieletto oder Calixto Bieito nach Erl eingeladen um hier zu inszenieren. Mit all diesen Regisseuren hat der geborene Münchner selbst schon zusammen gearbeitet, Claus Guth und Jonas Kaufmann kennen sich noch aus ihrer Studienzeit in München und haben zuletzt im September in New York bei der viel umjubelten Produktion von Schwanengesang in New York zusammengearbeitet. Der Wahlsalzburger gab noch an, die Proben möglichst intensiv begleiten zu wollen um sich ein Bild zu machen und gegebenenfalls einzulenken und seine eigenen Vorstellungen von Ästhetik einzubringen. Das Ziel sei es die meisten der Produktionen die nun und in der Zukunft entstehen auch die sechs Jahre seiner Amtszeit als Intendant dieser Festspiele zu halten. Das sei zum Beispiel bei der ersten szenischen Produktion im Dezember "La Boheme" so geplant. Für andere Produktionen gäbe es Pläne Kooperationspartner zu suchen, damit Zeit und Geld nicht umsonst investiert seien. Als Beispiel nannte er Blaubarts Burg in der Sommersaison 2025, die im Anschluss nach Italien geht. 


(@ Youtube Kanal Jonas Kaufmann)


Am Ende dieser Pressekonferenz ergibt sich ein sehr vielversprechendes, gutes und stimmiges Bild des neuen Intendanten Jonas Kaufmann, und seiner Visionen, der ab 1. September jetzt auch die andere Seite bedienen wird. Der deutsche Weltstar vermittelt seine Leidenschaft und die Freude für diese neue Aufgabe glaubhaft und gibt Hoffnung das dieses wunderbare Festival in Tirol zukünftig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und in den Blickpunkt auch eines internationalen Publikums rücken wird, was im Endeffekt auch mehr Unterstützung und Gewinnung neuer  Sponsoren bedeutet, die neben dem Präsidenten der Tiroler Festspiele Erl, Hans-Peter Haselsteiner, für weitere finanzielle Mittel sorgen um noch mehr spannende Projekte zu verwirklichen und bestehende auszubauen. Ein Festival für die Menschen in Erl und Tirol aber auch die Musikfreunde im nahegelegenen Salzburg und Bayern. Das gilt vor allem für die Saison im Herbst, an Ostern und den Winter, 

Der Sommer dürfte abgesehen von diesem Jahr, ab 2026 auch wieder die internationalen Wagnerfans nach Erl locken.

In jedem Fall lohnt es sich aber ein Blick auf das gesamte Programm der Saison 2024/25 zu werfen, das Jonas Kaufmann und sein Team liebevoll und mit großer Sorgfalt zusammengestellt haben. 

Nun kann man den Tiroler Festspielen Erl und ihrem neuen Intendanten nur noch alles Gute wünschen und einen gelungenen Start in eine neue Ära. Möge die Macht und die Kraft der Musik mit Ihnen sein.



                "Musik macht das Herz weich.

                   Ganz still und ohne Gewalt

               macht sie die Tür zur Seele auf"

                            (Sophie Scholl)